April 23rd, 2008
Neuanfanfänge erfordern Mut. Man muss alte Zöpfe abschneiden, muss sich trauen, neue Wege zu gehen und muss sogar manchmal Freunde vor den Kopf stossen. Vor einiger Zeit hat die FR (Frankfurter Rundschau) einen solchen Neuanfang versucht. Es war wohl auch bitter nötig. In Frankfurt sind die Claims auf dem Zeitungsmarkt sehr stark abgesteckt. Der Platzhirsch ist relativ unangefochten die FAZ. Daneben gibt es noch regionale Blätter und in den letzten Jahren vor diesem Neuanfang hatte sich die FR, teilweise selbst verschuldet, in eine Sackgasse manövriert, die beinahe ihren Untergang bedeutet hätte. Für mich als Leser sieht heute vieles weitaus besser aus. Der Neuanfang wird schon äusserlich durch ein anderes Format signalisiert. Auch inhaltlich hat sich viel getan. Ein frisches, modernes Design und (teilweise) neue Autoren bringen auch inhaltlich frischen Wind. Die neue FR platziert sich als moderne, urbane und überregionale Tageszeitung mit einem grossem regionalem Schwerpunkt in Frankfurt, Offenbach und der gesamten Rhein-Main Region. Aus meiner Sicht ist diese Ausrichtung sehr glücklich gewählt und könnte auch auf Dauer funktionieren, denn gerade im Lokalen schwächelt die FAZ doch ziemlich deutlich.
Persönliches Fazit
Ich lese die (für mich immer noch) neue FR sehr sehr gerne. Inhaltlich steht sie immer noch eher Links von der Mitte und bildet auch in diesem Punkt eine Alternative für Leser, die die politische Haltung der FAZ manchmal nur schwer ertragen können. Die Artikel sind modern geschrieben und sie sind glücklicherweise nicht mehr ganz so moralinsauer wie früher, sondern hinterlassen nicht selten das gute Gefühl, eine wirkliche Alternative in den Händen zu halten. Ganz nebenbei ist das Format der Zeitung sehr empfehlenswert. Ich wünsche den Machern der Zeitung weiter viel Erfolg und natürlich vor allem viele Leser.
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