September 12th, 2006
Ich hatte mich ja schon damit abgefunden, dass der Sommer vorbei ist. Die letzten Tage strafen mich jetzt aber lügen und das ist auch gut so. Erst gestern entstand die Aufnahme links. Ich habe sie morgens direkt auf dem Weg zu einem Termin geschossen. Ich stelle ganz nebenbei fest, dass ich natürlich nicht meine Kamera dabei hatte, sondern mein Handy die Arbeit verrichtet hat. Gerade eben wanderte die Datei via Bluetooth in den Rechner und schon kann man auch sehen, dass Frankfurt als grüne Stadt gelten darf. Technik, den den kleinen Techi in mir doch immer wieder begeistert.
In Sachen Grünanlagen und Parks ist natürlich zuallererst der Palmengarten und der Grüneburgpark zu nennen. Wunderbarerweise gibt es aber neben diesen grossen grünen, starken Lungenflügeln der Stadt eine Unzahl an kleinen und kleinsten Parks und Gärten, die einem, wenn man sich das wünscht, eine Auszeit von der Hektik der Stadt bieten. Ich werde meine geheimsten Ecken nicht verraten; manchmal muss man eben auch egoistisch sein, hihi. Einen kleinen Tipp habe ich aber dennoch: Flucht nach oben! Seit diesem Sommer gibt es einige neue Locations, die gerade bei grosser Hitze eine wunderbare Sache sind. Eine dieser extrem angenehmen Adressen ist der CityBeach direkt auf dem Parkhaus-Börse. Auf dem kompletten Dach haben findige StadtIndianer feinsten weissen Sand ausgestreut, Bars, Lounges, Sessel und Tische aufgebaut, haben natürlich auch an einen kleinen Pool gedacht und haben einfach alles unternommen, um eine wirklich feine Location zu schaffen. Wenn dann abends die Sonne untergeht, sehen die Wolkenkratzer der Stadt aus nächster Nähe ganz besonders imposant aus. Aus so grosser Nähe erlebt man diese Wahrzeichen Frankfurts schliesslich normalerweise nicht. Der BeachClub hat auch etwas übrig für BusinessPeople und erfreut auf dem gesamten Gelände mit Hotspots und allerlei anderen technischen Spielereien. Falls das Wetter mitmacht, kann ich nur empfehlen, den Abend einmal dort oben ausklingen zu lassen. Das hat was!
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August 23rd, 2006
Ankunft um etwa 9.40 Uhr direkt in der Vorhalle der Bibliothek. Eine ältere Dame, die an der Garderobe Dienst tut, wehrt mein Ansinnen ab, den sperrigen Regenschrim sofort loszuwerden. Morgens war es regnerisch und in solchen Fällen nehme ich, gerade wenn ich mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs bin, allzu gerne einen Schirm mit. Sie guckt mich streng an und meint dann: “Wir öffnen die Garderobe erst um 9.45 Uhr. Ich bekomme Ärger, wenn ich zu früh anfange.” Aha, denke ich. Ich sortiere meine gesammelten Habseligkeiten wieder in die zu wenigen Hände und stapfe in Richtung Kantine, um dort ersteinmal Zuflucht zu suchen und Zeit zu gewinnen. Drinnen angekommen, setze ich mich an einen Tisch nahe den grossen Fensterflächen. Ich sitze sehr gerne an einem Ort mit Ausblick, Leute gucken. Mein Blick fällt auf meine Uhr. Jetzt ist es gerade 9.46 Uhr. Die Dame hat slso einen solchen Aufstand gemacht, weil ich schätzungsweise zwei drei Minuten zu früh dran war. Nochmal ‘Ahaaaa’. Na ja, man will ja nicht ungnädig sein. Ich packe eines meiner ziemlich wohlschmeckenden Brote aus und widme mich einem kleinen improvisierten Frühstück. Auch gut .. das Leben ist augenblicklich nett zu mir, auch wenn nicht immer alles sooo klappt, wie es klappen könnte.
Ich blicke durch die grossen Scheiben nach draussen. Unaufhörlich strömen da junge Menschen mit jungen unverbraucht schauenden Gesichtern in Richtung des Einganges der Bibliothek. Jetzt bin ich doch wieder bei einem meiner Lieblingsgedanken: Sooo viele junge Menschen und alle strömen scheinbar oder wirklich unendlich zielstrebig hin zu diesem Symbol des Wissens. Natürlich, das ist nur ein Bild, was ich in mir trage, es ist ein Abbild von einer Oberfläche, die man tagtäglich beobachten kann. Darunter finden sich vermutlich unendlich viele einzelne Geschichten. Woher kommen all diese jungen Menschen? Was ist ihre Motivation? Was treibt sie innerlich an? Wieviele von ihnen kommen hierher, weil es einerseits notwendig ist, ein selbst definiertes Studienziel zu erreichen, andererseits aber eben auch, weil sie unbedingt etwas lernen wollen, weil sie Wissen erlangen wollen? Wieviele sind also sozusagen aus einem inneren Zwang hier in dieser wunderschönen Bibliothek? Ich war selber zuerst ein Mensch, der sachlich nach Informationen geforscht hat und der sich im laufe einer längeren Zeit in diese Art und Weise des Wissenserwerb verguckt hat. Ich kam hierher, weil es eine Pflicht war und bin bis heute geblieben, weil es eine Lust wurde. Neben dieser Lust ist es aber natürlich immer noch eine essentielle Notwendigkeit. Es ist die Notwendigkeit, Wissen immer wieder aufzufrischen, zu erweitern, zu leben. Ich stelle mir Wissen als einen lebendigen Organismus vor. Er braucht Nahrung, er braucht Nährstoffe, sonst verkümmert er.
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Juli 27th, 2006
Wieder Frankfurt. Immer wieder komme ich zurück nach Frankfurt, ich komme zurück auf Frankfurt. Ich bin ein neugieriger Mensch. Im Alltag sammeln sich in meinem Hinterkopf alle möglichen Fragen. Vielleicht möchte ich mehr wissen über die Geschichte der Zisterzienser, ich will wissen, was aktuell in bestimmten Literaturzeitschriften gelesen und besprochen wird, ich möchte erforschen und recherschieren, ob es zu einer bestimmten Programmiertechnik oder einer konkreten Software schon neuste Fachliteratur gibt. Es sammeln sich Fragen und gleichzeitig staut sich über Wochen und manchmal über Monate Frust dahingehend auf, dass ich immer wieder erfahre, wie wenig ich weiss. Sofort denke ich an den Begriff des lebenslangen Lernens, ich denke an Begriffe wie Informationszeitalter. Ich frage mich auch mal wieder, was genau wann und wie zu passieren hat, damit aus einer Information Wissen wird. Und spätestens dann, wenn mich solche Fragen allzu sehr piesacken, ist es wieder mal Zeit für einen Tag in meinem ganz persönlichen Wissenshimmel ..
.. ich suche mir einen möglichst freien Tag und fahre in die Nationalbibliothek nach Frankfurt. Dort bin ich schon seit Jahren zehn oder zwölf Mal im Jahr. Ich lese, ich versuche zu verstehen und arbeite daran, dass aus einzelnen Informationen Wissen werden kann. Solche Tage sind schlicht Wellness für die Seele, sie sind, für mich, zutiefst beruhigend, reinigend und haben beinahe schon meditative Kraft. Die Räumlichkeiten in Frankfurt sind modern, sie sind leicht, lichtdurchflutet, freundlich und wenn man seinen Blick anhebt und über die Tische schaut, dann meint man geradezu sehen zu können, wie die Menschen das Wissen in sich Aufsaugen. Wenn man die Menschen beim Lesen beobachtet und wenn man dann sieht, wie friedvoll und engagiert da Christen, Muslime, Juden, Reich, Ärmere, Schwarze, Weisse, Dicke, Dünne und wer weiss was noch für Leute sitzen, dann glaubt man für einen Augenblick, dass es sowas wie Kriege eigentlich gar nicht wirklich geben kann. Natürlich sind das nur Wunschvorstellungen, leider ..
.. jedenfalls braucht es manchmal gar nicht sooooviel, um ein besonderes Erlebnis erleben und fühlen zu dürfen. Es braucht freie Zeit und es braucht Musse und es braucht, jedenfalls für mich, diese wundervolle Bibliothek in Frankfurt am Main ..
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