morgenlandfahrt.net

April 2nd, 2007

Termin ist am 21.+22.04.07, Sa+So, Party am Freitag Abend. Es gibt bereits eine Teilnehmerliste, ein paar Berichte und die ersten Themenvorschläge. Ausserdem haben wir eine GoogleGroup angelegt für Diskussionen zum Barcamp.

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März 18th, 2007

Freitag Abend. Müde gehen wir nach einem schönen Tag in Frankfurt in Richtung Parkhaus. Wir haben Hunger, wollen aber eigentlich nicht mehr klassisch ‘einkehren’, suchen nach etwas Unaufgeregtem, etwas Nettem, Praktischen.

Wir laufen gerade über die Kaiserstraße und sehen ein relativ neues türkisches Restaurant. Hmm, eigentlich ist es mehr eine Bar, ist modern eingerichtet, man atmet Lounge-Charakter, der Raum ist sehr hoch und relativ nackt. Es sieht gut aus, vielleicht ein wenig ungewöhnlich für ein türkisches Restaurant. Drinnen erwartet einen eine lange Theke, darunter befinden sich frische Zutaten zu klasschischen türkischen Gerichten. Es gibt Döner, es gibt viel Salate und Gemüse, es gibt Reisgerichte, es gibt, natürlich, wunderbar ausschauende Süssigkeiten. Alles sieht sehr frisch aus. Mich bekommt man heute aber eher mit etwas Herzhaftem. Ein freundlicher junger Mann fragt nach, was man denn gerne essen wollen würde. Wir schauen, orientieren uns, bestellen und werden mit einem Lächeln dazu aufgefordert, uns einen schönen Platz auszusuchen. Erst jetzt bemerkt man die Größe der Räumlichkeit. Der vordere Bereich ist entreeartig. Das gesamte Lokal ist rechteckig, schlauartig länglich. Wir suchen uns einen schönen Zweiertisch, nehmen Platz auf gemütlichen Stühlen und einer lederbezogenen Endlos-Bank. Alles wirkt modern und doch gediegen. Schöne Lichtimpressionen zaubern eine warme Stimmung in den großen Raum. Man könnte sagen: Türkisches Leben in Deutschland. Next generation. Man kann aber auch einfach sagen: Die neue türkische Gastfreundschaft, wie man sie jetzt in immer mehr gatronomischen Betrieben erleben kann. Schon nach wenigen Augenblicken ist eine freundliche Bedienung da und fragt nach, was wir denn trinken wollen. Wir bestellen ..

.. ich lasse mich fallen in diese extrem angenehme Atmosphäre. Wir unterhalten uns, essen beide so eine Art Döner, der allerdings nicht in der üblichen Pide daher kommt, sondern in einem omelettartigen Gewand serviert wird, wie man es sonst eher vom klassischen Lahmacum kennt’. Kurze qualitative Einordnung: Hjamm hjamm. Nach dem Essen bleiben wir noch ein wenig und bekommen wunderbaren schwarzen türkischen Tee angeboten, der den kulinarischen Teil des Abends perfekt abrundet. Mein Fazit: Wir sollten viel öfter die Türkei besuchen. Das macht unendlich viel Freude, besonders wenn man türkische Küche und Gastfreundschaft so interpretiert, wie es das Doy Doy tut.

Doy Doy, Bar, Restaurant,
Kaiserstraße 53, Frankfurt am Main,
Tel.: 069-27 107 999

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März 13th, 2007

China ist prall, China ist manchmal wahnwitzig unterschiedlich. In China lebt Jahrtausende alte Tradition direkt neben der Welt des 21. Jahrhundert. Für uns Europäer ist China oft scheinbar unbegreifbar. Will man Einblicke erhaschen, dann macht sich auf der Suche nach Informationen schnell Frustration breit. Zumindest geht das mir häufig so. Wenn es um China geht, ist die Berichterstattung, vorsichtig ausgedrückt, sehr einseitig. Berichte transportieren stupide immer gleiche Bilder und Metaphern. Je nach Quelle handeln die Geschichten von undemokratischen Strukturen, sie handeln von der unbeweglichen kommunistischen Führung, es wird natürlich und zurecht auch berichtet von Menschenrechtsverletzungen, es wird Angst geschürt vor dem ‘schlafenden wirtschaftlichen Riesen’ China. Kurz: Es wird Angst gemacht. Über den Alltag der Menschen erfährt man wenig. Andere Blicke erhascht man selten. Normalität findet medial einfach nicht statt. Dabei kann man doch häufig ganz besonders gut im Alltag sehen, wie Menschen leben, wie sie zusammen leben, was sie denken, was sie fühlen und was sie antreibt und wie es ihnen generell geht und möglichwerweise auch, was ihnen wirklich fehlt.

Juli Zeh schreibt über Peking
Erst gestern entdeckte ich einen Artikel von Juli Zeh. Sie schreibt über Eindrücke einer Reise nach Peking. Sie schildert Erlebnisse, betont beinahe permanent, wie unsicher sie es macht, daß ihre Erfahrungen so gar nicht zu dem passen, was man uns meist scherenschnittartig und in strengem schwarz-weiss Modus der Medienwelt über China berichtet. Juli Zehs Reiseeindrücke sind erfrischend, sie tun gut und sie ermöglichen es endlich einmal, andere Eindrücke als die immer gleichen zu erlangen, von denen man sonst liest, hört und sieht. Juli Zeh beschreibt, wie ihre durch den Westen festgefügten Ansichten über China, gerade auch die Ansichten zum offiziellen China, wie diese Gedanken auf dieser Reise manchmal in völlige Unordnung geraten.

Unordnung ist manchmal sehr gut
Mir gefällt der Artikel extrem gut. Ich will, genauso wenig wie Juli Zeh, verschweigen, daß es in China Menschenrechtsverletzungen gibt und ich will auch nicht verschweigen, daß es Zensur gibt. Ich finde den Artikel trotzdem gut und kann ihn nur zum Lesen empfehlen, weil er anregt, einmal gewohnte Denkpfade zu verlassen und neue Ansätze zu verfolgen. Eine gewisse Beweglichkeit im Denken und allgemein in der Meinungsfindung kann uns allen nicht schaden. Wer jetzt neugierig geworden ist, der findet Juli Zehs Artikel hier. Viel Spaß beim Gewinnen neuer Ansichten!

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