März 25th, 2007
Verabredung zum Brunch. In der Nacht war die Zeitumstellung auf Sommerzeit. Man hat uns mutwillig Zeit gestohlen, hat uns Schlaf geraubt, hat uns Ruhe genommen, den Sonntag unnötig früh beginnen lassen und dann auch noch dieses: Wir sind mit Freunden verabredet, wollen Brunchen. Andererseits meldet sich eine innere Stimme, spricht von Vorfreude auf ein Wiedersehen mit lieben Menschen. Ich bin neugierig, nicht zuletzt auch auf das für uns noch neue Kaffeehaus 3klang. Wir schälen uns aus dem Bett, machen uns fertig für die Welt da draußen, wollen auch noch einen der Freunde vom Bahnhof abholen, denn schließlich gilt stets: Versprochen ist versprochen. Er kommt extra von ausserhalb. Für ihn ist der Weg noch länger. Er kommt mit der Bahn, extra für uns, extra, damit man sich endlich mal wieder sieht. Das letzte Treffen ist genau ein Jahr her. Mein Gott, die Zeit rennt ..
Es ist beinahe 11 Uhr. Endlich haben wir einen Parkplatz gefunden, stoßen die Tür zum 3klang auf und treten ein. Alle Tische sind schon gut besetzt und ich bin froh, daß wir einen Tisch vorbestellt haben. Wir laufen über einen schönen alten Dielenboden. Der Raum ist sehr hoch, eben ein Altbau und alleine schon deshalb wirklich schön. Das Kaffeehaus liegt direkt am Riegerplatz in Darmstadt. Über die gesamte Aussenfront des 3klang laufen vier raumhohe große Fenster, die oben in Rundbögen münden und viel Tageslicht in die Räumlichkeiten herein lassen. Die Wände sind weiß gekälkt und ergeben, zusammen mit dem dunklen Boden und der eher rustikal modernen Einrichtung, einen modernen und doch warmen Gesamteindruck. Ein Ort zum Wohlfühlen.
Sonntags ist Brunchtag. Man hat uns schon vorgewarnt und gemeint, daß man viel Hunger mitbringen soll. Ich dachte noch, daß mir das ja normalerweise nicht soooo schwer fällt. Als ich jetzt aber das Buffet sehe, weiß ich, was dieser wohlwollend erteilte Rat meinte: Wir sehen ein wirklich tolles Buffet. Es finden sich verschiedene Brotsorten, wir sehen Körnerbrote, Weissbrote, sehen Rühreier, gebratenen Speck, sehen vielerlei Weich- und Hartkäsesorten, sehen Wurst, Salami, sehen Salat, sehen Croissants und Bagels, sehen Frech Toast, sehen Mohnstangen, ordinäre aber wunderbar frische Brötchen, sehen Marmeladen, Nutella, eine hausgemachte Kartoffelsuppe, Fisch und und und. Ich könnte mit meiner Beschreibung wohl noch lange fortfahren. Anfangs hatte ich mich gefragt, wohin die Betreiber des Kaffeehauses die ganzen Sachen denn wohl hinsortieren. Man kann verkürzt sagen: Sie schaffen es. Das Buffet kostet pauschal 8,50€. Da kann man wirklich nicht meckern, wie ich finde. Bereichert wird dieses wahre Schlaraffenland der kulinarischen Genüsse von unterschiedlichsten Säften der Firma Rapps und allen möglichen Kaffeegenüssen. Ich muß zugeben, daß ich nicht mehr weiß, ob es auch Tees hat. Eigentlich zweifele ich daran aber nicht wirklich. Zu diesen wirklich sehr vielfältigen kulinarischen Genüssen gesellt sich ein sehr prompter und freundlicher Service und ein angenehm unterschiedliches Publikum. Hier treffen sich Studenten und Professoren, man sieht manch alten Sponti und sieht am Tisch daneben friedlich ein bürgerlich ausschauendes Ehepaar mit ihren Kindern und Enkeln. Überhaupt fällt auf, daß sich hier sowohl alle Alterschichten als auch viele gesellschaftliche Schichten friedlich vereint an ihren Tischen finden. Kinder sind hier übrigens ebenfalls wirklich willkommen. Das macht das Gesamterlebnis 3klang zu einem extrem positiven polyphonen Gesamterlebnis. Ich bleibe im tonalen Bild und bilanziere: Tolle KlangWelten, bester Sound :-) ..
3klang, Café Restaurant BarTags: Ausgehen, Darmstadt, Locations
Riegerplatz 3, Darmstadt
Tel.: 06151-669 8843
(Art)Verwandtes:
März 18th, 2007
Freitag Abend. Müde gehen wir nach einem schönen Tag in Frankfurt in Richtung Parkhaus. Wir haben Hunger, wollen aber eigentlich nicht mehr klassisch ‘einkehren’, suchen nach etwas Unaufgeregtem, etwas Nettem, Praktischen.
Wir laufen gerade über die Kaiserstraße und sehen ein relativ neues türkisches Restaurant. Hmm, eigentlich ist es mehr eine Bar, ist modern eingerichtet, man atmet Lounge-Charakter, der Raum ist sehr hoch und relativ nackt. Es sieht gut aus, vielleicht ein wenig ungewöhnlich für ein türkisches Restaurant. Drinnen erwartet einen eine lange Theke, darunter befinden sich frische Zutaten zu klasschischen türkischen Gerichten. Es gibt Döner, es gibt viel Salate und Gemüse, es gibt Reisgerichte, es gibt, natürlich, wunderbar ausschauende Süssigkeiten. Alles sieht sehr frisch aus. Mich bekommt man heute aber eher mit etwas Herzhaftem. Ein freundlicher junger Mann fragt nach, was man denn gerne essen wollen würde. Wir schauen, orientieren uns, bestellen und werden mit einem Lächeln dazu aufgefordert, uns einen schönen Platz auszusuchen. Erst jetzt bemerkt man die Größe der Räumlichkeit. Der vordere Bereich ist entreeartig. Das gesamte Lokal ist rechteckig, schlauartig länglich. Wir suchen uns einen schönen Zweiertisch, nehmen Platz auf gemütlichen Stühlen und einer lederbezogenen Endlos-Bank. Alles wirkt modern und doch gediegen. Schöne Lichtimpressionen zaubern eine warme Stimmung in den großen Raum. Man könnte sagen: Türkisches Leben in Deutschland. Next generation. Man kann aber auch einfach sagen: Die neue türkische Gastfreundschaft, wie man sie jetzt in immer mehr gatronomischen Betrieben erleben kann. Schon nach wenigen Augenblicken ist eine freundliche Bedienung da und fragt nach, was wir denn trinken wollen. Wir bestellen ..
.. ich lasse mich fallen in diese extrem angenehme Atmosphäre. Wir unterhalten uns, essen beide so eine Art Döner, der allerdings nicht in der üblichen Pide daher kommt, sondern in einem omelettartigen Gewand serviert wird, wie man es sonst eher vom klassischen Lahmacum kennt’. Kurze qualitative Einordnung: Hjamm hjamm. Nach dem Essen bleiben wir noch ein wenig und bekommen wunderbaren schwarzen türkischen Tee angeboten, der den kulinarischen Teil des Abends perfekt abrundet. Mein Fazit: Wir sollten viel öfter die Türkei besuchen. Das macht unendlich viel Freude, besonders wenn man türkische Küche und Gastfreundschaft so interpretiert, wie es das Doy Doy tut.
Doy Doy, Bar, Restaurant,Tags: Ausgehen, Frankfurt, Leben
Kaiserstraße 53, Frankfurt am Main,
Tel.: 069-27 107 999
(Art)Verwandtes:

