Neuigkeiten von der Insel: Übertriebene Überwachung soll in England demnächst der Vergangenheit angehören

Es gibt Momente, da bin ich neidisch. Gerade heute morgen war es wieder soweit. Ich las einen Bericht über die ersten Schritte der neuen englischen Regierung, die sich aus den konservativen Tories und Liberaldemokraten zusammensetzt. Erste Duftmarken werden gesetzt. Man will in England auf dem Gebiet der Überwachung der Bürger und bei der Vorratsdatenspeicherung eine Kehrtwende vollziehen und will das übertriebene Überwachen der Bürger schlicht komplett (weg)lassen. Als Deutscher lese ich von solchen Vorhaben, nehme wahr, dass diese neue Politik ausgerechnet von Konservativen umgesetzt wird und ich ertappe mich dabei, dass ich ein klein wenig neidisch bin. Hierzulande muss man sich vielerorts noch mit Vorurteilen herumschlagen, die auf sachlich vollkommen falschen Annahmen basieren. Leider habe ich nicht den Eindruck, dass meine jeweiligen Gegenüber lernen wollen. Man will da einfach sein Ding durchsetzen. Bürgerrechte? Grundrechte? Was ist das schon ..

Vorratsdatenspeicherung? Nein, Danke!

Dass die englischen Tories so strikt gegen das Ausspähen der eigenen Bürger sind, hat eine gewisse Tradition. Ursprünglich entstammt dieses Verhalten sogar eher einer Anti-Haltung gegen die gerade abgewählte Politik Toni Blairs bzw. Gordon Browns. Da hat sich offenbar etwas verselbstständigt, denn die Partei David Camerons hat schnell realisiert, dass man mit dieser neuen Haltung innerhalb der Bevölkerung punkten kann. Die Englänger wollen sich auch außenpolitisch und im Kampf gegen den Terror wieder mehr von den Amerikanern emanzipieren. Man will nicht länger der Pudel der amerikanischen Administration sein. Da kommen also viele Dinge zusammen und münden in Positionen, die man an sich nicht unbedingt mit konservativen Haltungen in Zusammenhang bringen würde.

England modern?

Ich finde gut, wenn Menschen, Parteien oder Bewegungen die Kraft haben, ungewöhnliche Positionen einzunehmen. Gerade wenn sich zeigt, dass alte Antworten nicht mehr zielführend sind, ist die Fähigkeit sich zu bewegen aus meiner Sicht ein Zeichen von Kraft und Selbstbewusstsein. Ich bin gespannt, welche Impulse von der neuen englischen Regierung noch ausgehen werden. Ich bleibe vorsichtig abwartend, da ich eigentlich von Leuten, die teilweise noch Ziehkinder von Margaret Thatcher waren, nicht allzuviel Positives erwarte.

Veröffentlicht von

Markus

Dies ist ein privates Blog. Ich schreibe hier über alles, was mich interessiert. Du darfst mich also getrost einen Ego-Blogger schimpfen oder mich auch wahlweise liebkosend so nennen. Der Vorteil von soviel Selbstzentriertheit ist, dass ich mir aussuchen kann, wie oft ich schreibe, worüber ich schreibe und nach welchen Grundsätzen das Blog und ich funktionieren. Dir gefällt dies? Oooh, ich bin überrascht und gleichzeitig auch durchaus ein wenig »amused«.

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